14 May 2015

Nochmal BMW-Welt

Jutta hat die Herausforderungen der Architktur in der BMW-Welt ja schon treffend beschrieben;  vergessen Sie einfach alles, was Sie über Perspektive und rechte Winkel zu wissen glaubten!
Ich hatte etwa den gleichen Standort auf der Galerie, und die von Jutta so schön gezeichnete Isetta, die "wie ein kleiner Traktor klingt", drehte unten bereits ihre Runden auf dem glänzenden Parkett der BMW-Welt.


(Bleistift, Stabilo point 88 fineliner 0,4; Aquarellfarben)

10 May 2015

In der BMW Welt

Die BMW Welt in München ist schon sehenswert und ein Ausflugsziel für viele, wenn das Wetter schlecht ist. Eigentlich war es geplant im Olypiapark zu zeichnen... wie gesagt "wenn das Wetter schlecht ist"

Zu Beginn setzte ich mich neben eine süße kleine Isetta. Sie ist mir nicht ganz gelungen, aber trotzdem wollte ich sie euch nicht vorenthalten. Später, als wir auf der Galerie zeichneten fuhr die kleine Isetta in der Halle munter auf und ab. Zitat Miriam: "Die klingt wie ein kleiner Traktor"


Dann begab ich ich mich auf die Galerie um dieses atemberaubende Architekturkunstwerk der BMW Halle zu zeichnen. Ich vermute hier gibt es keinen einzigen rechten Winkel. Prof. Wolf D. Prix und das Büro Coop Himmelb(l)au haben hier architektonisch ganze Arbeit geleistet.


Im BMW Welt Café wurden danach wieder eifrig Skizzenbücher angeguckt...


Im Zug habe ich dann noch diesen älteren Herrn kurz vor dem Einschlafen kalt erwischt...





04 May 2015

DAS PITTORESKE IM ALLTÄGLICHEN von Gershom von Schwarze

DAS PITTORESKE IM ALLTÄGLICHEN

zu finden ist eine Herausforderung für Urban Sketcher - sonst würde man ja nur im Urlaub zeichnen, dort wo man nicht zu Hause ist. Ich hab mir das Thema mal vorgenommen: die ersten zwei Skizzen sind meine beiden Lieblingskaffeehäuser in Israel, das erste in Jerusalem, das zweite in Tel Aviv, vertraute Orte ohne jede Exotik. Im Nachhinein betrachtet, sagen die beiden Skizzen nicht nur Wesentliches aus über das unterschiedliche Ambiente beider Cafés sondern vor allem auch über die gegensätzlichen Charakteristika beider Städte: Der introvertierte Raum voller Bücher vs das hektische Strassencafé namens "the streets" so wie das übermässig heiligmässige Jerusalem sich von der hektischen Mittelmeermetropole absetzt, die laut Eigenwerbung niemals schlafen geht.

 Mit diesen 2 Skizzen hatte ich mein Thema im Fokus. Als nächstes kam die Auer Dult an die Reihe, ein mehrmals im Jahr stattfindender Trödelmarkt so münchnerisch-unexotisch wie der Schefflertanz am Marienplatz oder der Blick auf die Zugspitze bei Föhn. Und doch hat mir das zeichnerisch auf die Pirsch gehen soviel Spaß gemacht, wie ich ihn nicht besser hätte empfinden können beim zeichnerischen Ergründen atavistischer Initiationsriten eines bis dato unentdeckten Naturvolks (Skizze Nr. 3 - 5).

 Von da bis zu einem wirklich heidnischen Ritual, dem Fruchtbarkeitstanz um den Riesenphallus des Maibaums. Glücklicher Weise war der erste Mai derart verregnet, dass es wirklich nur die ganz hartgesottenen Mai- Enthusiasten waren, die mir vor den Zeichenstift kamen. Ich bilde mir ein, es kommt bei den Skizzen (Nr.6 -7) etwas rüber von dem heidnisch-vorkatholischen Atavismus eines in seiner Alltäglichkeit gewiss nicht exotisch anmutenden verregneten Feiertags.

Ich freute mich an meiner Ausbeute und zeigte sie nicht ohne Stolz meiner Frau Silvia Götz. Wortlos holte sie eine Blatt hervor aus der tiptop geordneten Sammlung ihrer Zeichnungen, das sie vor vielen Jahren gemacht hatte für ihre Bewerbungsmappe für die Akademie: Eine Steckdose in einer Wand mit Raufasertapete. Letztere war unglaublich perfekt gezeichnet in all ihrer Retrohässlichkeit, die doch vor gar nicht allzu langer Zeit noch als comme il faut gegolten hatte.

 Ich war beruhigt. Es hatten sich vor mir bereits Künstlerkollegen die verstiegene Aufgabe gestellt, zu ergründen, was es denn nun sein könnte.

Lieblingskaffeehaus in Israel
Lieblingskaffeehaus in Israel
Sketchcrawl Auer Dult
Sketchcrawl Auer Dult
Sketchcrawl Auer Dult
1.Mai Hans Mielich Platz
1. Mai Hans Mielich Platz